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Digitalisierung 21. Mai 2026 5 Min.

KIM in der Heilmittelpraxis: So funktioniert die sichere Kommunikation im Medizinwesen

KIM ist der verschlüsselte E-Mail-Dienst der Telematikinfrastruktur. Wir erklären, wie KIM funktioniert, was du brauchst & welche Anwendungsfälle für deine Heilmittelpraxis relevant sind.

KIM in der Heilmittelpraxis: So funktioniert die sichere Kommunikation im Medizinwesen

KIM steht für „Kommunikation im Medizinwesen" & ist der verschlüsselte E-Mail-Dienst der Telematikinfrastruktur. Über KIM tauschen Praxen, Kliniken & Heilmittelerbringer:innen sensible Daten Ende-zu-Ende verschlüsselt aus. KIM ersetzt damit unsichere E-Mails, Fax & Briefpost zwischen Akteur:innen im Gesundheitswesen.

Für viele Heilmittelpraxen wird KIM mit dem TI-Anschluss zum festen Bestandteil des Praxisalltags. Du brauchst den Dienst, um Therapieberichte digital an Ärzt:innen zu senden oder eVerordnungen sicher zu empfangen. Dieser Beitrag erklärt, wie KIM funktioniert, was du dafür brauchst & welche Anwendungsfälle für dich relevant sind.

Hintergrund & rechtlicher Rahmen

KIM wurde von der gematik im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums entwickelt. Grundlage ist § 311 SGB V, der die Telematikinfrastruktur als sichere Datenautobahn im Gesundheitswesen vorschreibt. Stand 2026 ist KIM die einzige zugelassene Kommunikationsform für viele TI-Anwendungen.

Die Dienste werden nicht zentral betrieben. Stattdessen bieten zugelassene Anbieter wie akquinet, mediDOK, Telekom oder kv.dox eigene KIM-Postfächer an. Alle Anbieter erfüllen denselben Standard & sind untereinander kompatibel.

Anwendung im Heilmittel-Praxisalltag

Du nutzt KIM in der Praxis vor allem für drei Aufgaben:

  • Therapieberichte versenden: Berichte an verordnende Ärzt:innen gehen verschlüsselt & nachvollziehbar raus.
  • eVerordnungen empfangen: Sobald die elektronische Verordnung Pflicht wird, läuft der Empfang über KIM.
  • Anfragen mit Krankenkassen oder Kliniken: Rückfragen zu Verordnungen oder Entlassberichte kommen sicher an.

Die Bedienung erinnert an normale E-Mail. tinana bindet KIM direkt in die Praxissoftware ein, damit du nicht zwischen Programmen wechseln musst.

Voraussetzungen für KIM

Um KIM zu nutzen, brauchst du drei Bausteine:

  1. TI-Anschluss mit Konnektor oder TI-Gateway.
  2. SMC-B (Praxisausweis) zur Authentifizierung der Praxis.
  3. eHBA (elektronischer Heilberufsausweis), wenn du Dokumente qualifiziert elektronisch signieren willst.

Dazu kommt ein KIM-Postfach bei einem zugelassenen Anbieter. Die monatlichen Kosten liegen meist im einstelligen Euro-Bereich.

Verwandte Begriffe & Abgrenzung

KIM wird gerne mit anderen TI-Diensten verwechselt. Hier die wichtigsten Abgrenzungen:

  • TIM (TI-Messenger): Chat-Dienst für schnelle Nachrichten, kein Ersatz für KIM.
  • ePA: elektronische Patientenakte, gespeichert auf der Versichertenkarte.
  • eVO: elektronische Verordnung, wird über KIM übermittelt.

Normale E-Mail ist im Gesundheitswesen nicht zulässig, da sie keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung garantiert.

FAQ zu KIM in der Heilmittelpraxis

Brauche ich KIM als Therapeut:in?

Sobald du an die Telematikinfrastruktur angeschlossen bist, brauchst du KIM für den sicheren Austausch von Therapieberichten & für den Empfang elektronischer Verordnungen. Reine Praxen ohne TI-Anschluss können noch über Papier kommunizieren, doch mit der Pflicht zur eVO ab 2028 wird KIM für alle Heilmittelpraxen relevant. Frühzeitig einrichten lohnt sich.

Was kostet KIM?

Ein KIM-Postfach kostet je nach Anbieter rund 4 bis 8 Euro pro Monat. Die Telematikinfrastruktur-Pauschale der Krankenkassen deckt einen Teil der Kosten ab. Stand 2026 erhalten Heilmittelpraxen mit TI-Anschluss eine monatliche Förderung über die GKV-Spitzenverband-Vereinbarung. Genaue Beträge findest du bei deinem Berufsverband oder direkt bei der gematik.

Welche KIM-Dienste gibt es?

Zugelassen sind unter anderem akquinet, mediDOK, kv.dox, Telekom & CGM. Alle Anbieter erfüllen denselben gematik-Standard & sind untereinander kompatibel. Du kannst also frei wählen & auch wechseln. Wichtig ist, dass dein KIM-Dienst zu deiner Praxissoftware passt. tinana unterstützt alle gängigen KIM-Anbieter.

Wie sicher ist KIM im Vergleich zu normaler E-Mail?

KIM nutzt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung & ist nur innerhalb der Telematikinfrastruktur erreichbar. Normale E-Mails laufen über öffentliche Server & sind selten verschlüsselt. KIM-Nachrichten sind dadurch DSGVO-konform & erfüllen die Anforderungen an die Verarbeitung von Gesundheitsdaten. Für sensible Patient:innen-Daten ist KIM Pflicht, wenn du in der Telematikinfrastruktur arbeitest.

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Quelle: https://tinana.de/blog/kim-telematikinfrastruktur-heilmittelpraxis