Inhaberwechsel leicht gemacht: So bereitest du die Praxisübernahme vor
Steht ein Inhaberwechsel in der Heilmittelpraxis an? Erfahre, worauf du bei der Praxisübernahme achten musst – vom Praxiswert bis zur Datenmigration.
2026-04-15

Der Weg in die Selbstständigkeit muss nicht immer mit leeren Räumen und einem völlig neuen Patientenstamm beginnen. Die Übernahme einer etablierten Heilmittelpraxis ist für viele Therapeuten der sicherere und schnellere Weg in die Unabhängigkeit. Ein eingespieltes Team, laufende Einnahmen ab Tag eins und eine bekannte Marke vor Ort sind unschlagbare Vorteile.
Doch ein Inhaberwechsel der Praxis bringt auch spezifische Herausforderungen mit sich. Damit aus dem Traum der eigenen Praxis kein bürokratischer Albtraum wird, ist eine strukturierte Vorbereitung das A und O. Wir zeigen dir, auf welche Faktoren du bei einer Praxisübernahme (Physiotherapie, Ergotherapie etc.) besonders achten musst.
Den Praxiswert ermitteln: Was kaufst du eigentlich?
Bevor Verträge aufgesetzt werden, steht die Frage im Raum: Was ist die Praxis wirklich wert? Als Käufer übernimmst du nicht nur die Behandlungsbänke, sondern auch immaterielle Werte. Die Wertermittlung setzt sich in der Regel aus zwei Faktoren zusammen:
Materieller Wert (Substanzwert): Hierzu zählen alle physischen Gegenstände in der Praxis – von den Trainingsgeräten über die Empfangstheke bis hin zur IT-Ausstattung. Wichtig: Ermittelt wird hier der aktuelle Zeitwert, nicht der Neuwert.
Ideeller Wert (Goodwill): Dieser Wert ist oft viel entscheidender. Er umfasst den bestehenden Patientenstamm, den guten Ruf der Praxis, die Überweisungskooperationen mit lokalen Ärzten sowie den Standortvorteil.
Tipp: Ziehe für die Wertermittlung immer einen spezialisierten Steuerberater oder Praxisberater hinzu, um einen fairen Kaufpreis zu verhandeln.
Arbeitsverträge und Mietverträge beim Inhaberwechsel
Eine Praxisübernahme ist rechtlich oft ein sogenannter „Betriebsübergang" nach § 613a BGB. Das bedeutet für dich als neuen Inhaber:
Mitarbeiter: Du übernimmst automatisch alle bestehenden Arbeitsverhältnisse zu den bisherigen Konditionen. Du darfst Mitarbeitern nicht einfach kündigen, nur weil der Inhaber wechselt. Transparente Kommunikation ist hier extrem wichtig, um das Team an Bord zu halten.
Mietvertrag: Kläre unbedingt frühzeitig mit dem Vermieter, ob du den Mietvertrag zu den alten Konditionen übernehmen kannst oder ob ein neuer Vertrag (oft mit Mieterhöhung) fällig wird.
Kassenzulassung neu beantragen
Ein weit verbreiteter Irrtum: Die Kassenzulassung wird bei einer Praxisübernahme leider nicht automatisch mitgekauft. Da die Zulassung immer personengebunden ist, musst du sie als Übernehmer bei der zuständigen Arbeitsgemeinschaft (ARGE) neu beantragen.
Achte darauf, dass die Praxisräume noch den aktuellen Zulassungsempfehlungen der GKV entsprechen. Besonders bei sehr alten Praxen kann es sein, dass Bestandsschutzregelungen entfallen und du vor der Neuzulassung erst Umbauten vornehmen musst.
Der perfekte Zeitpunkt für den digitalen Neustart
Viele Praxen, die zum Verkauf stehen, arbeiten noch mit veralteten Server-Systemen, unübersichtlichen Aktenbergen aus Papier oder sind in teure Factoring-Verträge bei großen Abrechnungszentren gebunden.
Der Inhaberwechsel ist der absolut beste Zeitpunkt, um alte Zöpfe abzuschneiden! Ein Systemwechsel mitten im laufenden Betrieb scheuen viele, doch bei einer Übernahme werden die Karten ohnehin neu gemischt.
Deine Chance mit tinana:
- Nahtlose Datenübernahme: Wir helfen dir dabei, Patientenstammdaten sicher in die Cloud zu migrieren.
- Weg mit der Zettelwirtschaft: Du startest direkt mit digitalen Akten und papierloser Terminplanung durch.
- Sofort unabhängig: Kündige alte, teure Abrechnungsverträge und nutze von Tag eins an die integrierte § 302 Selbstabrechnung. So sicherst du dir volle 100 % deiner frisch übernommenen Umsätze.
Fazit: Gemeinsam für einen fließenden Übergang
Eine Praxisübernahme ist ein Staffellauf. Wenn der Abgeber seine Zahlen transparent offenlegt und der Übernehmer die rechtlichen Hürden sowie den digitalen Neustart strategisch plant, gewinnen beide Seiten – und vor allem die Patienten, deren Therapien lückenlos weiterlaufen können.