ICD-10: So funktionieren Diagnose-Codes in der Heilmittelverordnung
ICD-10 Heilmittel: Aufbau, Endungen G/V/Z/A und Verbindung zur Diagnosegruppe. So liest du Diagnose-Codes auf der Verordnung richtig.
2026-05-28

Der ICD-10 ist die internationale Klassifikation für Krankheiten und Diagnosen. In Deutschland gilt die Variante ICD-10-GM (German Modification), herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Auf jeder Heilmittelverordnung steht ein ICD-10-Code, der die Diagnose eindeutig kodiert und mit Indikationsschlüssel sowie Diagnosegruppe verknüpft.
Für dich als Therapeut:in ist das Verständnis der Codes wichtig, damit du Verordnungen prüfen, Therapieziele setzen und Berichte verfassen kannst. Wir erklären Aufbau und Anwendung kompakt.
Hintergrund und rechtlicher Rahmen
Die ICD-10-GM wird jährlich vom BfArM (früher DIMDI) aktualisiert. Sie ist die verbindliche Klassifikation für die ambulante und stationäre Versorgung in Deutschland. Grundlage ist §295 und §301 SGB V. Im Heilmittelbereich knüpft die Heilmittel-Richtlinie an die ICD-10-Codes an.
Aufbau eines ICD-10-Codes
Ein ICD-10-Code besteht aus mehreren Bestandteilen, zum Beispiel M13.91 G:
- Buchstabe (M): Kapitel (M = Muskel-Skelett-System).
- Zweistellige Zahl (13): Krankheitsblock (Arthropathien).
- Punkt + Ziffer (.9): Spezifizierung (sonstige Arthritis).
- Vierte Stelle (1): weitere Konkretisierung (Schulter).
- Endung (G): Diagnosesicherheit (gesichert).
Endungen geben den Status der Diagnose an:
- G: gesicherte Diagnose.
- V: Verdachtsdiagnose.
- Z: Zustand nach.
- A: ausgeschlossene Diagnose.
Anwendung im Heilmittel-Praxisalltag
In der Praxis brauchst du den ICD-10 für:
- Verordnungsprüfung: Passt der ICD-10 zur Diagnosegruppe (Beispiel: M13.91 G zur Gruppe EX)?
- Dokumentation: Korrekte Codierung im Patientendossier.
- Therapiebericht: Bezug zur Diagnose herstellen.
- §302-Abrechnung: Die ICD-10-Codes wandern in den Abrechnungssatz.
In tinana sind ICD-10-Codes integriert. Du kannst nach Code oder Klartext suchen und siehst direkt die passende Diagnosegruppe.
Verwandte Begriffe
- Diagnosegruppe: Gruppierung mehrerer ICD-10-Diagnosen mit ähnlichem Therapiebedarf.
- Indikationsschlüssel: Buchstaben-Kürzel auf der Verordnung (z. B. EX1a).
- ICF: ergänzt den ICD-10 um Funktion, Aktivität und Teilhabe.
Häufige Fragen
Wer vergibt den ICD-10?
Den ICD-10-Code vergibt die verordnende Ärzt:in im Rahmen der Diagnosestellung. Therapeut:innen vergeben keine eigenen ICD-Codes. Auf der Verordnung steht der Code zusammen mit dem Indikationsschlüssel. Bei Unstimmigkeiten zwischen Code und Diagnosegruppe solltest du Rücksprache mit der verordnenden Praxis halten, da formale Fehler zur Absetzung führen können.
Muss ich als Therapeut:in den Code prüfen?
Du musst den Code nicht medizinisch beurteilen, aber formal prüfen: Passt der ICD-10 zur Diagnosegruppe auf der Verordnung? Ist die Endung G (gesicherte Diagnose) gesetzt? Bei Verdachtsdiagnosen (V) oder ausgeschlossenen Diagnosen (A) ist die Verordnung in der Regel nicht abrechnungsfähig. tinana zeigt dir Hinweise direkt beim Anlegen der Verordnung.
Was bedeutet die Endung G/V/Z/A?
Die Endung dokumentiert die Diagnosesicherheit. G steht für gesichert, V für Verdacht, Z für Zustand nach, A für ausgeschlossen. Für eine abrechenbare Heilmittelverordnung ist im Regelfall G erforderlich. Z kann in bestimmten Konstellationen ausreichen, etwa Zustand nach Operation mit klar definiertem Therapiebedarf. V und A sind in der Regel nicht abrechnungsfähig.
Wo finde ich den aktuellen ICD-10-GM?
Die aktuelle Fassung der ICD-10-GM veröffentlicht das BfArM auf bfarm.de. Dort findest du die Systematik und das alphabetische Verzeichnis kostenfrei. Praktische Recherche-Tools bieten viele Praxissoftwares an. In tinana ist die aktuelle ICD-10-GM-Version integriert, sodass du in der Verordnungsmaske direkt suchen kannst.
Du willst Verordnungen mit ICD-10-Codes digital prüfen und sicher dokumentieren?
In tinana ist die aktuelle Klassifikation integriert.
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